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Nach dem Kriegsende wurde das zunächst spärliche Konzertwesen mit ehemaligen Mitgliedern des Aschaffenburger Theaterorchesters und Musikern der Schlaraffia Asciburgia, einem kunstsinnigen Verein in Aschaffenburg, unter der Leitung von Dr. J. Leucht wieder aufgenommen. An seiner Seite stand der tatkräftige Willi Dietrich, der dem späteren Ensemble beitrat.
1968 gründete Josef Zilch, damals noch Studienprofessor in Aschaffenburg, ein neues Musikensemble. Er nannte es COLLEGIUM MUSICUM: Die besten Instrumentalisten Aschaffenburgs und seiner Umgebung wurden mit einbezogen.
Das erste Konzert fand am 13. Juli 1968 im Treppenhaus des Schlosses Johannisburg statt, welches über 30 Jahre die Heimstätte des COLLEGIUM MUSICUM bleiben sollte.
Auf diese Weise wurde die lange Tradition der Schlosskonzerte, die durch den Krieg und seine Folgen abgebrochen waren, wiederbelebt. Zum Konzertmeister wurde Wolfgang Dörfler ernannt, der diese Führungsaufgabe bis 2002 erfüllte (mit einer fünfjährigen Unterbrechung, während der Bernd Hampe dem Orchester vorstand). Seine Nachfolgerin ist unsere jetzige Konzertmeisterin Izabella Mina.
Josef Zilch führte die Konzerte in eigener Regie. Somit waren seine Möglichkeiten die ganzen Jahre über sehr beschränkt. Die Anfangsgage für die Musici betrug DM 50, der Konzertmeister erhielt DM 100. Bei einer Anfrage sagte der damalige Oberbürgermeister Vinzenz Schwind: "3000 DM müssen für das Jahr reichen!" Dabei blieb es lange Zeit.
Das COLLEGIUM MUSICUM war in erster Linie ein Streicherensemble mit einer Besetzung von 12 bis 16 Personen. Bläser kamen bereits beim ersten Konzert hinzu. Die Solisten, die Prof. Josef Zilch gewinnen konnte, waren Kollegen der Musikhochschule München, an die Josef Zilch inzwischen berufen worden war, und renommierte Künstler aus München.
In dieser Zeit - von 1968 bis 1992 - gab es im Orchester starke Personalveränderungen. Eine neue Generation trat in den Vordergrund, meist Musiklehrer der hiesigen Musikschulen und Gymnasien. Eine Rarität bis heute waren zwei Gastspiele in Schwandorf und Neumarkt.
Im Jahre 1992 kam es zu Ermüdungserscheinungen. Die Entfernung München-Aschaffenburg machte sich bemerkbar, die Geldknappheit hatte sich nicht verbessert, und das Musikleben in Aschaffenburg hatte sich geändert, es war anspruchsvoller geworden. Zu diesem Zeitpunkt trafen sich drei Freunde, Alfred Kalb, ein Aschaffenburger Bürger, Hans Bonn, der Kulturamtsleiter und der Konzertmeister Wolfgang Dörfler.
Durch Anwerbung und Errichtung eines festen Sponsorenkreises gelang es ihnen, eine öffentlich-private Mischfinanzierung zu ermöglichen, die den Schlosskonzerten eine neue und solide finanzielle Grundlage gaben. Darüberhinaus war es nun möglich, weitergehende regelmäßige Projekte wie den Champagner Musicale und ein Sinfoniekonzert im Stadttheater sowie eine Operngala im Schlosshof zu gestalten.
Seitdem hat sich diese Form des "public-private-partnership" bewährt, und in Zusammenarbeit mit dem jetzigen Kulturamtsleiter Burkard Fleckenstein sowie Prof. Hubert Buchberger, der 2005 die künstlerische Leitung des Orchesters übernommen hat, entwickeln sich vielversprechende neue Konzepte zur Vermittlung klassischer Musik an die BürgerInnen Aschaffenburgs und seiner Umgebung.
Mit dem im November 2004 gegründetem Philharmonischen Verein eröffnet sich zudem die Möglichkeit für jedermann, ideell und finanziell die verschiedenen Kulturprojekte des Collegium Musicum zu unterstützen.